Deutsche Unternehmen ignorieren NIS2-Pflichten massiv

Überschrift: q.e.d.

Die Schwarz Digits KG aus Neckarsulm hat kürzlich den Cyber Security Report 2026 publiziert. Die Schwarz Digits KG ist nicht irgendwer, sondern macht mit seinen 7500 Mitarbeitern 1,9 Mrd Umsatz aus dem Bereich Softwaretechnik, Cloud Computing, Informationssicherheit, Digitalisierung.

1001 Unternehmen wurde befragt. Das Ergebnis ist, wie es zu erwarten war für die typischen deutschen Unternehmen: 🙈🙉🙊

Laut statista.de via 'Schäden durch Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage in Deutschland im Jahr 2025' lag man bei schlappen 289 Mrd. Gesamtschaden pro Jahr in 2025. 

Aufgeschlüsselt:

Ausfall, Diebstahl oder Schädigung von Informations- und Produktionssystemen oder Betriebsabläufen: 73,3

Kosten für Rechtsstreitigkeiten: 53 

Kosten für Ermittlungen und Ersatzmaßnahmen: 37

Umsatzeinbußen durch nachgemachte Produkte bzw. Plagiate: 30,6

Datenschutzrechtliche Maßnahmen (z. B. durch Behörden): 23,8

Umsatzeinbußen durch Verlust von Wettbewerbsvorteilen: 23,1

Patentrechtsverletzungen, auch vor Anmeldung: 16

Imageschaden bei Kunden oder Lieferanten, negative Medienberichterstattung: 15,9

Erpressung mit gestohlenen Daten: 15,6

Geldabfluss durch Betrugsversuche: 0,9

Schwarz Digits kommt da lediglich auf 202 Mrd. an Schäden, welche aber 70% aller Wirtschaftsschäden verursachen würden. Das ist eine Hausnummer. 

Ein paar Zitate daraus:

Cybersicherheit ist im Jahr 2026 keine IT-Aufgabe mehr, sondern eine Existenzfrage für jede Geschäftsführung. 

Wer NIS2 als bürokratische Last missversteht, riskiert nicht nur schmerzhafte Sanktionen, sondern die operative Substanz seines Unternehmens.

Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits.

In den nächsten zwölf Monaten werden autonome KI-Angriffe unsere heutigen Sicherheitsansätze überrennen. Ein zentrales Ziel wird dabei die Manipulation von KI-Entscheidungen in der realen Welt sein – der sogenannte kinetische Prompt-Hack.

Dr. Alexander Schellong, Managing Director Institutes, Accelerators & Cybersecurity bei Schwarz Digits

Digitale Souveränität ist zur strategischen Notwendigkeit gereift 

Wer sich in einseitige Abhängigkeiten außereuropäischer Plattformen begibt, verliert langfristig die Kontrolle über seine Daten und seine Handlungsfähigkeit

Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits.

Schlimm genug, daß die sogenannte EU-Bürokratie den Unternehmen NIS-2 vorschreiben muß, da diese - wie man weiß - wenig bis nichts für die IT-Sicherheit tun. Noch debiler als das ist dann, daß die meisten Unternehmen US-Produkte nutzen die dem CLOUD-Act unterliegen. Früher mußten die USA sich bez. Industriespionage noch ein wenig anstrengen, heute speichern die allermeisten deutschen Unternehmen freiwillig ihre Daten dort:

Klingt komisch, ist aber so.

Peter Lustig

Immerhin müßen krasse Fehlentscheider in dem Bereich privat haften. Ansonsten maximal 10 Mio. € oder 2% vom Umsatz des Unternehmens.